Optimale Kompression

Ärzte können bei der Verordnung von flachgestrickten Kompressionsversorgungen viel Zeit und Mühe sparen, wenn sie gleich nach der Diagnosestellung die Expertise eines Kompressionsversorgers hinzuziehen.

Die bedarfsgerechte medizinische Versorgung von Patienten mit nicht-internistischen* Schwellungen an Extremitäten ist meist sehr zeitaufwändig, sodass sie sich in der hausärztlichen Praxis nicht kostendeckend realisieren lässt.

* Ödeme, die durch eine internistische Erkrankung (kardial, renal, nephrotisch etc.) entstehen, sind keine Diagnose sondern Symptom einer Grunderkrankung. Sie bilden sich bei erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung zurück und sind nicht Gegenstand dieser Webseite.

Dieser Zeitaufwand kann mit dem hier beschriebenen Versorgungskonzept mühelos auf ein wirtschaftlich vernünftiges Maß reduziert werden. Gleichzeitig lässt sich damit die Versorgungsqualität optimieren. Und zwar so:

  • Schnelle und sichere Diagnosestellung durch übersichtlich strukturierte lymphologische und phlebologische Informationen.
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  • Einbindung der Expertise eines Kompressionsversorgers gleich nach der Diagnosestellung (Assistierte Verordnung).
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  • Ohne den Arzt damit zu belasten: Förderung der Adhärenz / Compliance der Patienten durch eine für Laien leichtverständliche regelmäßige Vermittlung der Rationale von Therapiemaßnahmen und Aufklärung über die tragende Rolle, die der Patient im Versorgungsgeschehen spielt.
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In der medizinische Versorgung von Patienten mit lymphologisch bzw. phlebologisch bedingten Gliedmaßenschwellungen ist die Kompressionstherapie die wichtigste Säule. Täglich vom Morgen bis zum Abend getragen, kommt damit in einem Jahr eine Wirkdauer von mehr als 4.000 Stunden zusammen. Keine andere therapeutische Maßnahme erreicht auch nur eine annähernd so hohe Dosierung.

Soweit die Theorie. In der Praxis stehen wir hier jedoch oftmals vor diesem Dilemma:

  • Die Ausführung der Kompressionsversorgung soll indikationsgerecht sein.
  • Eine streng indikationsgerechte Ausführung der Kompressionsversorgung kann Patienten aus objektiven / subjektiven Gründen daran hindern, die Kompressionsversorgung regelmäßig oder überhaupt zu tragen.

Dieses Dilemma kann nur durch einen individuell feinaustarierten Kompromiss aufgelöst werden. Dieser ist notwendig, denn: Eine nicht ganz optimale Kompressionsversorgung, die regelmäßig getragen wird, ist besser als eine optimale Kompressionsversorgung, die in der Schublade liegt.

Insbesondere bei der Verordnung von flachgestrickten Kompressionsversorgungen müssen viele Faktoren sorgfältig eruiert und „unter einen Hut gebracht“ werden:
Diagnose, Beschaffenheit der Gewebe, Länge des Versorgungsbereichs, Grad der Ödematisierung, Beinform (konisch, Kalibersprünge, Wammen etc.), Hautbefunde (Narben, Wunden, Lymphfisteln etc.), Schmerzhaftigkeit, Komorbiditäten (relative Kontraindikationen!), Alter, Allgemeinzustand, Aktivitäten (sitzend, stehend, Sport, Landwirtschaft etc.), Handhabbarkeit (Toilettengang etc.), Handkraft (An- und Ausziehen), Bewegungseinschränkungen, kognitive Einschränkungen, psychische Verfassung, Materialunverträglichkeit, Adhärenz / Compliance, und manches mehr. 

Assistierte Verordnung einer Kompressionsversorgung „step by step“

Das Erheben aller für die Flachstrickversorgung relevanten Faktoren erfordert zu viel Zeit, als dass es sich in der hausärztlichen Praxis wirtschaftlich durchführen lässt. Darum empfiehlt es sich, gleich im Anschluss an die Diagnosestellung die Expertise eines Kompressionsversorgers hinzuzuziehen. Das lässt sich folgendermaßen realisieren:

  1. Der verordnende Arzt gibt dem Patient einen Zettel, auf dem „Kompressionsversorgung für Lymphödem am rechten Bein, Stadium II, I89.01“ (Beispiel) und „Lymphzeitschrift googlen“ steht – mit Praxisstempel und Unterschrift.
  2. Der Patient „googled“ „Lymphzeitschrift“, was ihn zur Homepage der Patientenzeitschrift „Lymphe & Gesundheit“ führt.
  3. Dort gibt er unter „Auslegestellen“ seinen Ort oder seine Postleitzahl ein (Google Maps).
  4. Dann werden ihm Kompressionsversorger in seiner Gegend angezeigt, bei denen die Patientenzeitschrift „Lymphe & Gesundheit“ zum kostenlosen Mitnehmen ausliegt.
  5. Diese Kompressionsversorger sind besonders auf die Flachstrickversorgung spezialisiert.
  6. Der Patient wählt einen Kompressionsversorger und vereinbart einen Termin bei ihm.
  7. Die Fachkraft des Kompressionsversorgers dokumentiert nach sorgfältiger Erhebung der Anamnese und Befunde, der individuellen Gegebenheiten und Bedürfnisse des Patienten alle Details (Maßanfertigung, flachgestrickt, Ausführung, Zusätze etc.) einer bedarfsgerechten Kompressionsversorgung und übergibt dem Patienten eine Kopie des Dokuments.
  8. Diese reicht der Patient an seinen Arzt weiter, der dann alle Details der Konfiguration der Kompressionsversorgung schnell und mühelos in die Verordnung (Muster 16) und das Beiblatt übernehmen kann.


Damit lassen sich „mehrere Fliegen mit einer Klappe fangen“:

  • Der verordnende Arzt wird zeitlich erheblich entlastet.
  • Kompressionsversorger, bei denen die Patientenzeitschrift „Lymphe & Gesundheit“ zum kostenlosen Mitnehmen ausliegt, sind besonders auf Flachstrickversorgung spezialisiert.
  • Die vom Kompressionsversorger erstellte Dokumentation begünstigt die Verordnung einer optimal bedarfsgerechten Kompressionsversorgung.
  • Der Patient erhält beim Kompressionsversorger regelmäßig die Patientenzeitschrift „Lymphe & Gesundheit“, deren Lektüre zur Förderung seiner Adhärenz / Compliance beitragen kann.
  • Durch die regelmäßigen Kontakte lernt der Kompressionsversorger den Patienten besser kennen, was eine hohe Qualität der langfristigen Versorgung begünstigt.
  • Es können Rückfragen und deren aufwändige Beantwortung vermieden werden.
  • Der Genehmigungsprozess mit den Krankenkassen wird beschleunigt.

Förderung der Adhärenz / Compliance

Viele Patienten zeigen – insbesondere bei der ersten Verordnung – gegenüber flachgestrickten Kompressionsversorgungen nicht die therapeutisch gebotene Adhärenz / Compliance. Doch zahlreiche Studien belegen, dass Patienten durchaus bereit sind, auch weniger geliebte Maßnahmen mitzutragen, wenn sie von deren Nutzen überzeugt sind. Leider verfügt die niedergelassenen Ärzte in der Regel nicht über die Zeit, den Patienten die notwendigen Informationen zu den einzelnen therapeutischen Maßnahmen und deren funktionale Bedeutung für die gesundheitliche Versorgung zu vermitteln.

Aus diesem Grund hat der 1999 gegründete gemeinnützige „Verein zur Förderung der Lymphoedemtherapie e.V.“ (kurz: „Lymphverein“) 2010 die Patientenzeitschrift „Lymphe & Gesundheit“ initiiert, um Menschen mit chronischen Lymphödemen, Lipödem bzw. venösen Erkrankungen der Beine in einer für medizinische Laien leichtverständlichen Sprache über ihre Erkrankungen, die entsprechenden Therapiemöglichkeiten und insbesondere darüber zu informieren, welch tragende Rolle jeder Patient in seinem persönlichen Versorgungsgeschehen spielt.

Lymphe & Gesundheit“ wird vom Lymphologischen Informationsdienst der S & F Dienstleistungs GmbH herausgegeben, erscheint in einer Auflage von 100.000 Exemplaren pro Quartal, kann abonniert werden und liegt an rund 4.500 Stellen (Kompressionsversorger, Praxen, Kliniken, Selbsthilfegruppen etc.) in ganz Deutschland zum kostenlosen Mitnehmen aus.

Kennen Sie schon die Webseiten

www.lymphe-und-gesundheit.de

und

www.lipoedemportal.de


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