Verordnung von MLD und Kompression

Abkürzungen auf dieser Seite
BVB = Besonderer Verordnungsbedarf nach § 106b Abs. 2 Satz 4 SGB V
ICD = Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (englisch: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems
KPE = Komplexe Physikalische Entstauungstherapie
LHB = Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V
MLD = Manuelle Lymphdrainage
SGB = Sozialgesetzbuch
Z.n. = Zustand nach 


MLD-Verordnung bei sekundärem Armlymphödem in der Entstauungssphase (Beispiel)
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MLD-Verordnung bei sekundärem Beinlymphödem in der Entstauungssphase (Beispiel)
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MLD-Verordnung bei primärem Beinlymphödem in der Entstauungssphase (Beispiel)
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MLD-Verordnung bei Phlebo-Lymphödem in der Entstauungssphase (Beispiel)
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MLD-Verordnung bei Lipödem
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MLD-Verordnung bei sekundärem Armlymphödem in der Erhaltungsphase (Beispiel)
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MLD-Verordnung bei sekundärem Beinlymphödem in der Erhaltungsphase (Beispiel)
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MLD-Verordnung bei primärem Beinlymphödem in der Erhaltungsphase (Beispiel)
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MLD-Verordnung bei Phlebo-Lymphödem in der Erhaltungsphase (Beispiel)
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Checkliste – Langfristiger Heilmittelbedarf (LHB) bei Armlymphödem (MLD) (pdf)

Checkliste – Langfristiger Heilmittelbedarf (LHB) bei Beinlymphödem (MLD) (pdf)

Checkliste – Besonderer Verordnungsbedarf (BVB) bei Lipödem (MLD) (pdf)




Beispiel einer MLD-Verordnung bei sekundärem Armlymphödem in der ENTSTAUUNGSPHASE (KPE-Phase I)

Muster 13 – 12-Wochen-Verordnung (Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V)

Diagnose 1 (ICD-10):
C50.4 – Mammakarzinom rechter oberer äußerer Quadrant (Z.n. OP + Axilladissektion + Radiatio)

Diagnose 2 (ICD-10):
Postmastektomie-Lymphödem rechts, Stadium II

Leitsymptomatik 

  • Umfangsdifferenz rechter Arm > 3 cm
  • derbe Gewebekonsistenz
  • Funktionseinschränkung Schulter

(Keine weitergehende Begründung erforderlich.)

Heilmittel
Manuelle Lymphdrainage (MLD) 60 Minuten

Verordnungsdauer
12 Wochen

Frequenz
3 x wöchentlich (Ergibt bei 12 Wochen: 36 Behandlungseinheiten.)

Ergänzende Maßnahmen (KPE Phase I)

  • Kompressionsbandagierung mit Mehrlagenbandage im Anschluss an jede MLD, ALTERNATIV: Medizinisches Adaptives Kompressionssystem Lesen Sie hier mehr...
  • Bewegungsübungen unter Kompression
  • Hautpflege und Patientenschulung

Kennzeichnung Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 HeilM-RL
(Das sekundäre Lymphödem Stadium II (I97.2) ist in der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf aufgeführt. Damit sind Höchstmenge und orientierende Behandlungsmenge nicht bindend, und eine 12-Wochen-Verordnung ist zulässig.) 




Beispiel einer MLD-Verordnung bei sekundärem Beinlymphödem in der ENTSTAUUNGSPHASE (KPE-Phase I)

Muster 13 – 12-Wochen-Verordnung (Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V)

Diagnose 1 (ICD-10):
C54.1 – Endometriumkarzinom, (Z.n. Hysterektomie + pelvine / paraaortale Lymphonodektomie + Radiatio)

Diagnose 2 (ICD-10):
I97.2 – Postoperatives Lymphödem der unteren Extremität rechts, Stadium II

Leitsymptomatik 

  • Umfangsdifferenz rechtes Bein > 4 cm (Unterschenkel)
  • prall-derbe Gewebekonsistenz, beginnende Fibrosierung
  • Spannungsgefühl und Belastungsschmerz
  • Funktionseinschränkung Sprunggelenk

(Keine weitergehende Begründung erforderlich.)

Heilmittel
Manuelle Lymphdrainage (MLD) 60 Minuten

Verordnungsdauer
12 Wochen

Frequenz
3–5 x wöchentlich
(Beispiel: 5 x wöchentlich in den ersten 4 Wochen, anschließend 3 x wöchentlich = ca. 44 Behandlungseinheiten in 12 Wochen.)

Ergänzende Maßnahmen (KPE Phase I) 

  • Kompressionsbandagierung mit Mehrlagenbandage im Anschluss an jede MLD, ALTERNATIV: Medizinisches Adaptives Kompressionssystem Lesen Sie hier mehr...
  • Bewegungsübungen unter Kompression
  • Hautpflege und Patientenschulung

Kennzeichnung
Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 HeilM-RL
(Das sekundäre Lymphödem Stadium II – I97.2 – ist in der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf aufgeführt. Höchstmenge und orientierende Behandlungsmenge sind daher nicht bindend; eine 12-Wochen-Verordnung ist zulässig.)




Beispiel einer MLD-Verordnung bei primärem Beinlymphödem in der ENTSTAUUNGSPHASE (KPE-Phase I)

Muster 13 – 12-Wochen-Verordnung (Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V)

Diagnose 1 (ICD-10):
Q82.0 – Hereditäres Lymphödem
(z.B. kongenital / praecox, Erstmanifestation im Jugendalter)

Diagnose 2 (ICD-10):
I89.0 – Lymphödem, nicht näher bezeichnet
Primäres Lymphödem der unteren Extremität links, Stadium II

Leitsymptomatik 

  • Umfangsdifferenz linkes Bein > 3–5 cm (Unterschenkel / Oberschenkel)
  • prall-derbe Gewebekonsistenz mit beginnender Fibrosierung
  • Stemmer-Zeichen positiv
  • Spannungsgefühl, rasche Ermüdbarkeit
  • eingeschränkte Beweglichkeit im OSG

(Keine weitergehende Begründung erforderlich.)

Heilmittel
Manuelle Lymphdrainage (MLD) 60 Minuten

Verordnungsdauer
12 Wochen

Frequenz
3–5 x wöchentlich

Beispielhafte Staffelung in Phase I:

  • 5 x wöchentlich in den ersten 4–6 Wochen
  • anschließend 3 x wöchentlich

= ca. 44–50 Behandlungseinheiten innerhalb von 12 Wochen

Ergänzende Maßnahmen (KPE Phase I) 

  • Kompressionsbandagierung mit Mehrlagenbandage im Anschluss an jede MLD, ALTERNATIV: Medizinisches Adaptives Kompressionssystem Lesen Sie hier mehr...
  • Bewegungsübungen unter Kompression
  • Hautpflege und Patientenschulung

Kennzeichnung
Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 HeilM-RL
(Das Primäre Lymphödem (Q82.0 / I89.0, Stadium II) ist in der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf aufgeführt. Höchstmenge und orientierende Behandlungsmenge sind daher nicht bindend; eine 12-Wochen-Verordnung ist zulässig.)




Beispiel einer MLD-Verordnung bei Phlebo-Lymphödem – ENTSTAUUNGSPHASE (KPE-Phase I)

Muster 13 – 12-Wochen-Verordnung (Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V)

Diagnose 1 (ICD-10):
I87.2 – Chronische venöse Insuffizienz

Diagnose 2 (ICD-10):
I89.0 – Lymphödem, nicht näher bezeichnet
(klinisch: sekundäres Phlebo-Lymphödem beider unteren Extremitäten, Stadium II)

Leitsymptomatik 

  • deutliche Umfangszunahme beider Unterschenkel (> 3–4 cm)
  • prall-elastische bis derbe Gewebekonsistenz
  • beginnende Fibrosierung im Knöchel- / Unterschenkelbereich
  • Spannungs- und Schweregefühl, Belastungsschmerz
  • Einschränkung der Gehstrecke

(Keine weitergehende Begründung erforderlich.)

Heilmittel
Manuelle Lymphdrainage (MLD) 60 Minuten
(inkl. mehrlagiger Kompressionsbandagierung im Rahmen der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie – KPE Phase I), ALTERNATIV: Medizinisches Adaptives Kompressionssystem Lesen Sie hier mehr...

Verordnungsdauer
12 Wochen

Frequenz
3–5 x wöchentlich
(Beispiel: 5 x wöchentlich in den ersten 4 Wochen, anschließend 3 x wöchentlich = ca. 44 Behandlungseinheiten in 12 Wochen.)

Ergänzende Maßnahmen (KPE Phase I

  • Kompressionsbandagierung mit Mehrlagenbandage im Anschluss an jede MLD, ALTERNATIV: Medizinisches Adaptives Kompressionssystem Lesen Sie hier mehr...
  • Bewegungsübungen unter Kompression
  • Hautpflege und Patientenschulung

Kennzeichnung
Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 HeilM-RL
Chronische Lymphödeme im Stadium II gelten als langfristiger Heilmittelbedarf. Höchst- und orientierende Behandlungsmenge sind nicht bindend; eine 12-Wochen-Verordnung ist zulässig. Die chronisch-venöse Insuffizienz stellt die Grunderkrankung dar, das therapiebedürftige Lymphödem die maßgebliche Heilmittelindikation. 




Beispiel einer MLD-Verordnung bei Lipödem

Grundsätzliche Einordnung Lipödem (ICD-10: E88.20 ff.)

  • Das reine (= ohne Ödemkomponente) Lipödem ist keine lymphatische Abflussstörung, sondern eine chronische Fettverteilungsstörung mit obligater Schmerzsymptomatik.
  • MLD ist bei Lipödem nur verordnungsfähig, wenn ödembedingte Beschwerden vorliegen (z.B. zusätzliches sekundäres Lymphödem oder ausgeprägte Ödemkomponente).
  • Eine Entstauungsphase (KPE Phase I) im engeren Sinn ist beim reinen Lipödem regelhaft nicht indiziert; sie wird medizinisch begründet bei:
    • Lipödem mit sekundärem Lymphödem (Lipolymphödem), oder
    • klinisch relevanter, objektivierbarer Ödemzunahme.

Besonderer Verordnungsbedarf (BVB) bei Lipödem (E88.20–E88.22)

Rechtsgrundlage
§ 7 (6) HeilM-RL: Besonderer Verordnungsbedarf. Bei Lipödem aller drei Stadien (ICD-10: 88.20, E88.21 und E88.22) gilt „nur im Zusammenhang mit komplexer physikalischer Entstauungstherapie (Manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Übungsbehandlung/Bewegungstherapie und Hautpflege); es sind nicht immer alle Komponenten zeitgleich erforderlich, befristet bis 31.12.2027“ (Anlage 2 zur Heilmittel-Richtlinie) der Besondere Verordnungsbedarf nach § 106b Abs. 2 Satz 4 SGB V.

Die Verordnungen können gleich ab der ersten Verordnung für einen Zeitraum von bis zu 12 Wochen ausgestellt werden, genau wie bei Verordnungen, die dem langfristigen Heilmittelbedarf zugeordnet werden. Die Anzahl der Behandlungseinheiten ist dabei in Abhängigkeit von der Therapiefrequenz zu bemessen, z.B. 24 Behandlungen bei einer wöchentlichen Therapiefrequenz von zwei Mal. Voraussetzung: medizinische Plausibilität der Frequenz.

Wirtschaftlichkeitsaspekt
Bei BVB gibt es keine Anrechnung auf das ärztliche Heilmittelbudget und somit Schutz vor Wirtschaftlichkeitsprüfung hinsichtlich Mengenüberschreitung.

Aber: 

  • Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 12 SGB V) bleibt bestehen
  • Frequenz muss medizinisch begründet sein
  • Dokumentation bleibt prüfrelevant

Bei Lipödem Phase unter BVB ist zulässig:
MLD 45 Minuten, 2× wöchentlich, 24 Einheiten, Verordnungsdauer 12 Wochen

Voraussetzung: 

  • Dokumentierte Schmerz- und / oder Ödemproblematik
  • Funktionelle Einschränkung
  • Stabilisierung durch MLD belegt

Ergänzende Maßnahmen

  • Tragen einer flachgestrickten Kompressionsversorgung Lesen Sie hier mehr...
  • Regelmäßige Eigenübungen unter Kompression
  • Bedarfsweise temporäre Frequenzsteigerung bei Exazerbation

Wichtige Differenzierung: Lipolymphödem
Liegt ein sekundäres Lymphödem (I89.0 oder I97.2) zusätzlich vor:

  • dann greift Langfristiger Heilmittelbedarf (LHB)
  • Höchstmengen nicht bindend
  • hochfrequente Phase-I-Therapie klar gerechtfertigt

Wirtschaftlichkeits- und Prüfsicherheit
Bei Lipödem + BVB sollte dokumentiert sein:

  • objektive Umfangmessung
  • Gewebebefund
  • Schmerzskala
  • Funktionsstatus
  • Begründung der hohen Frequenz
  • klares Therapieziel (Volumenreduktion / Schmerzreduktion)

Cave: Fehlt eine Ödemkomponente, wird eine Phase-I-Frequenz in Prüfverfahren häufig kritisch bewertet.




Beispiel einer MLD-Verordnung bei sekundärem Armlymphödem in der ERHALTUNGSPHASE (KPE-Phase II)

Muster 13 – 12-Wochen-Verordnung (Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V)

Diagnose 1 (ICD-10):
C50.4 – Mammakarzinom rechter oberer äußerer Quadrant (Z.n. OP + Axilladissektion + Radiatio)

Diagnose 2 (ICD-10):
Postmastektomie-Lymphödem rechts, Stadium II

Leitsymptomatik 

  • persistierende Umfangsdifferenz rechter Arm
  • chronische Gewebeverhärtung
  • funktionelle Einschränkung Schulter

Heilmittel
Manuelle Lymphdrainage (MLD) 45 Minuten

Verordnungsdauer
12 Wochen

Frequenz
1–2 x wöchentlich
Gesamtmenge bei:

  • 1 x / Woche → 12 Einheiten
  • 2 x / Woche → 24 Einheiten

(Die konkrete Terminplanung erfolgt in der Praxis innerhalb des 12-Wochen-Rahmens.)

Ergänzende Maßnahmen (KPE Phase II) 

  • Tragen einer flachgestrickten Kompressionsversorgung Lesen Sie hier mehr...
  • regelmäßige Eigenübungen unter Kompression
  • Hautpflege zur Vermeidung von Erysipelen
  • bedarfsweise temporäre Frequenzsteigerung bei Exazerbation

Kennzeichnung Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 HeilM-RL
Das sekundäre Lymphödem Stadium II (I97.2) ist in der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf aufgeführt. Damit sind Höchstmenge und orientierende Behandlungsmenge nicht bindend, und eine 12-Wochen-Verordnung ist zulässig.




Beispiel einer MLD-Verordnung bei sekundärem Beinlymphödem in der ERHALTUNGSPHASE (KPE-Phase II)

Muster 13 – 12-Wochen-Verordnung (Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V)

Diagnose 1 (ICD-10):
C53.1 – Zervixkarzinom, (Z.n. radikaler Hysterektomie + pelviner Lymphonodektomie + Radiatio)

Diagnose 2 (ICD-10):
I97.2 – Postoperatives Lymphödem der unteren Extremität links, Stadium II

Leitsymptomatik 

  • persistierende Umfangsdifferenz linkes Bein (v.a. Unterschenkel)
  • chronische Gewebeverhärtung / fibrotische Areale
  • belastungsabhängiges Spannungsgefühl
  • funktionelle Einschränkung Sprunggelenk / Gangbildveränderung

Heilmittel
Manuelle Lymphdrainage (MLD) 45 Minuten

Verordnungsdauer
12 Wochen

Frequenz
1–2 x wöchentlich
Gesamtmenge bei:

  • 1 x / Woche → 12 Einheiten
  • 2 x / Woche → 24 Einheiten

(Die konkrete Terminplanung erfolgt in der Praxis innerhalb des 12-Wochen-Rahmens.)

Ergänzende Maßnahmen (KPE Phase II) 

  • Tragen einer flachgestrickten Kompressionsbestrumpfung Lesen Sie hier mehr...
  • Regelmäßige Eigenübungen unter Kompression
  • Hautpflege zur Vermeidung von Erysipelen
  • Bedarfsweise temporäre Frequenzsteigerung bei Exazerbation

Kennzeichnung
Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 HeilM-RL
Das sekundäre Lymphödem Stadium II – I97.2 – ist in der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf aufgeführt. Höchstmenge und orientierende Behandlungsmenge sind nicht bindend; eine 12-Wochen-Verordnung ist zulässig. 




Beispiel einer MLD-Verordnung bei primärem Beinlymphödem in der ERHALTUNGSPHASE (KPE-Phase II)

Muster 13 – 12-Wochen-Verordnung (Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V)

Diagnose 1 (ICD-10):
Q82.0 – Hereditäres Lymphödem
(z.B. Lymphödem praecox, Manifestation im Jugend- / Erwachsenenalter)

Diagnose 2 (ICD-10):
I89.0 – Lymphödem, nicht näher bezeichnet
= primäres Lymphödem der unteren Extremität rechts, Stadium II

Leitsymptomatik 

  • persistierende Umfangsdifferenz rechtes Bein (v.a. Unterschenkel)
  • chronisch derbe Gewebekonsistenz mit fibrotischen Arealen
  • positives Stemmer-Zeichen
  • belastungsabhängiges Spannungs- und Schweregefühl
  • funktionelle Einschränkung im OSG bei längerer Belastung

(Keine weitergehende Begründung erforderlich.)

Heilmittel
Manuelle Lymphdrainage (MLD) 45 Minuten

Verordnungsdauer
12 Wochen

Frequenz
1–2 x wöchentlich
Gesamtmenge bei:

  • 1 x / Woche → 12 Einheiten
  • 2 x / Woche → 24 Einheiten

(Die konkrete Terminplanung erfolgt in der Praxis innerhalb des 12-Wochen-Rahmens.)

Ergänzende Maßnahmen (KPE Phase II) 

  • Tragen einer flachgestrickten Kompressionsbestrumpfung Lesen Sie hier mehr...
  • regelmäßige Eigenübungen unter Kompression
  • Hautpflege zur Vermeidung von Erysipelen
  • bedarfsweise temporäre Frequenzsteigerung bei Exazerbation

Kennzeichnung
Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 HeilM-RL
Das primäre Lymphödem (Q82.0 / I89.0, Stadium II) ist in der Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf aufgeführt. Höchstmenge und orientierende Behandlungsmenge sind daher nicht bindend; eine 12-Wochen-Verordnung ist zulässig.




Beispiel einer MLD-Verordnung bei Phlebo-Lymphödem in der ERHALTUNGSPHASE (KPE-Phase II)

Muster 13 – 12-Wochen-Verordnung (Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 32 Abs. 1a SGB V)

Diagnose 1 (ICD-10):

  • I87.2 Chronische venöse Insuffizienz
  • I89.0 Lymphödem, nicht näher bezeichnet

= Phlebo-Lymphödem Stadium II, rechtes Bein

Leitsymptomatik gemäß Heilmittelkatalog:

  • Schwellung / Ödem mit Umfangsvermehrung
  • Spannungsgefühl und Schwere
  • Hautveränderungen (Dermatoliposklerose)
  • Einschränkung der Beweglichkeit im OSG

Heilmittel
Manuelle Lymphdrainage (MLD) 45 Minuten

Behandlungsfrequenz
2–3 x wöchentlich

Verordnungsdauer
12 Behandlungseinheiten

Therapieergänzende Maßnahmen

  • Kompressionsbandagierung im Anschluss an MLD, ALTERNATIV: Medizinisches Adaptives Kompressionssystem Lesen Sie hier mehr...
  • Anleitung zur Eigenübung (Entstauungsübungen)
  • Hautpflegeberatung

Therapieziel:

  • Entstauung des betroffenen Beins
  • Reduktion des Umfangs
  • Verbesserung der Gewebetrophik
  • Schmerzreduktion
  • Erhalt der Mobilität
  • Vorbereitung / Erhalt einer adäquaten Kompressionstherapie

Kennzeichnung
Langfristiger Heilmittelbedarf gemäß § 8 HeilM-RL
Chronische Lymphödeme im Stadium II gelten als langfristiger Heilmittelbedarf. Höchst- und orientierende Behandlungsmenge sind nicht bindend; eine 12-Wochen-Verordnung ist zulässig. Die chronisch-venöse Insuffizienz stellt die Grunderkrankung dar, das therapiebedürftige Lymphödem die maßgebliche Heilmittelindikation.

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