Phlebologische Therapien

Inhalt dieser Seite:
Varikosis
Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)
Tiefe Venenthrombose (TVT)
Thrombophlebitis (oberflächliche Venenthrombose)
Postthrombotisches Syndrom (PTS)




Varikosis

Die konservative Behandlung der Varikosis umfasst alle nicht-operativen Maßnahmen, die Symptome lindern, die Progression verlangsamen und Komplikationen (z.B. Ulcus cruris, Thrombophlebitis) verhindern sollen. Sie ist besonders wichtig bei frühen Stadien, Kontraindikationen gegen Interventionen oder als Ergänzung nach invasiven Verfahren.

1. Kompressionstherapie (Basismaßnahme) 

Formen:

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe (meist Klasse I–III)
  • Kompressionsverbände (z.B. bei stärkerem Ödem oder Ulcus)

Wirkungen:

  • Reduktion der venösen Hypertonie
  • Verbesserung des venösen Rückstroms
  • Verminderung von Ödemen
  • Symptomreduktion (Schweregefühl, Spannungsgefühl, Schmerzen)
  • Prophylaxe trophischer Hautveränderungen und Ulzera

Kompression gilt als zentrale konservative Standardtherapie.

2. Allgemeinmaßnahmen und Lebensstilmodifikation

  • Regelmäßige Bewegung (Gehen, Radfahren, Schwimmen) zur Aktivierung der Muskelpumpe
  • Beinhochlagerung zur venösen Entlastung
  • Vermeidung von langem Stehen oder Sitzen
  • Gewichtsreduktion bei Adipositas
  • Hautpflege zur Vermeidung von Ekzemen und Ulzera

3. Physikalische Maßnahmen

  • Venengymnastik / Gefäßsport
  • Intermittierende pneumatische Kompression (bei bestimmten Indikationen)



Chronisch-venöse Insuffizienz (CVI)

Die konservative Therapie der CVI verfolgt drei Hauptziele: Verbesserung des venösen Rückstroms, Reduktion von Ödemen und Verhinderung von Hautschäden bzw. Ulzera. Sie stellt in allen Stadien die Basistherapie dar und wird häufig dauerhaft durchgeführt.

1. Kompressionstherapie (Leitmaßnahme)

Formen:

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe (meist Klasse I–III bei CVI)
  • Kompressionsverbände (z.B. bei stärkerem Ödem oder Ulcus)
  • Adaptierte Kompressionssysteme

Wirkungen:

  • Senkung der venösen Hypertonie
  • Verbesserung der Venenklappenfunktion
  • Reduktion von Ödemen
  • Förderung der Ulkusheilung
  • Verlangsamung der Progression der CVI

Die konsequente Kompression gilt als entscheidender Prognosefaktor.

2. Bewegungstherapie und Allgemeinmaßnahmen

  • Regelmäßige körperliche Aktivität (Gehen, Radfahren, Schwimmen) zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe
  • Venengymnastik
  • Beinhochlagerung mehrmals täglich
  • Vermeidung langen Stehens oder Sitzens
  • Gewichtsreduktion bei Adipositas
  • Tragen bequemer, nicht einschnürender Kleidung und Schuhe

3. Hautpflege und Ulkusprophylaxe

  • Regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden Präparaten zur Vermeidung von Stauungsekzemen
  • Bei Ulcus: moderne feuchte Wundtherapie stets kombiniert mit Kompression



Tiefe Venenthrombose (TVT)

Die konservative Therapie der TVT hat drei zentrale Ziele:
Verhinderung der Thrombusprogression, Prävention von Lungenembolien und Vermeidung des postthrombotischen Syndroms.

1. Antikoagulation (zentrale Therapie)

  • Sofortiger Beginn nach Diagnosesicherung (sofern keine Kontraindikationen)
  • Medikamente:
    • Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK)
    • Niedermolekulare Heparine (NMH)
    • Fondaparinux
    • ggf. Übergang auf Vitamin-K-Antagonisten
  • Therapiedauer: meist mindestens 3 Monate, je nach Ursache länger

Die Antikoagulation stellt die wichtigste konservative Maßnahme dar.

2. Kompressionstherapie

Formen

  • Kompressionsverbände in der Akutphase
  • anschließend medizinische Kompressionsstrümpfe (meist Klasse II)

Wirkungen

  • Reduktion von Schmerzen und Ödemen
  • Verbesserung des venösen Rückstroms
  • Senkung des Risikos für das postthrombotische Syndrom

3. Frühmobilisation

  • Frühzeitige Mobilisation unter suffizienter Antikoagulation und Kompression
  • Aktivierung der Muskelpumpe verbessert den venösen Abfluss
  • Strikte Bettruhe wird heute nur selten empfohlen

4. Analgetische und supportive Maßnahmen

  • Schmerztherapie nach Bedarf
  • Hochlagerung des betroffenen Beines in der Akutphase
  • Behandlung von Risikofaktoren (z.B. Dehydratation, Immobilisation)



Thrombophlebitis (oberflächliche Venenthrombose)

Die konservative Therapie verfolgt folgende Ziele: Schmerzreduktion, Entzündungshemmung, Verhinderung der Thrombusausdehnung in das tiefe Venensystem und Beschleunigung der Rekanalisation.

1. Kompressionstherapie

  • Elastische Kompressionsverbände in der Akutphase
  • Anschließend medizinische Kompressionsstrümpfe (meist Klasse II)

Wirkungen

  • Verbesserung des venösen Rückstroms
  • Reduktion von Schmerz und Entzündungs
  • Verminderung von Ödemen
  • Senkung des Risikos einer Thrombusprogression

Kompression stellt eine zentrale konservative Maßnahme dar.

2. Mobilisation

  • Frühzeitige Mobilisation wird empfohlen
  • Aktivierung der Muskelpumpe verbessert den venösen Abfluss
  • Längere Immobilisation sollte vermieden werden

3. Lokale antiphlogistische Therapie

  • Kühlende Umschläge
  • Topische Antiphlogistika (z.B. Heparin- oder NSAID-haltige Gele)
  • Schmerzreduktion und Entzündungshemmung

4. Systemische medikamentöse Therapie (je nach Ausdehnung)

  • NSAR zur Schmerz- und Entzündungshemmung
  • Bei ausgedehnter Thrombophlebitis oder Nähe zur Krosse: prophylaktische bzw. therapeutische Antikoagulation (z.B. niedermolekulares Heparin oder DOAK) nach Leitlinienentscheidung

5. Allgemeinmaßnahmen

  • Hochlagerung der betroffenen Extremität bei starken Beschwerden
  • Behandlung zugrunde liegender Varikosis (nach Abklingen der Akutphase)



Postthrombotisches Syndrom (PTS)

Das postthrombotische Syndrom ist eine chronische Folgeerkrankung nach tiefer Venenthrombose mit persistierender venöser Abflussstörung und venöser Hypertonie. Ziel der konservativen Therapie ist die Senkung des venösen Drucks, Reduktion von Ödemen, Symptomlinderung und Ulkusprophylaxe.

1. Kompressionstherapie (zentrale Basismaßnahme)

Formen

  • Medizinische Kompressionsstrümpfe (meist Klasse II–III, je nach Schweregrad)
  • Kompressionsverbände bei stärkerem Ödem oder Ulcus cruris
  • Maßangefertigte Flachstrickversorgung bei ausgeprägten Befunden

Wirkungen

  • Senkung der venösen Hypertonie
  • Verbesserung des venösen Rückstroms
  • Reduktion von Ödemen
  • Verminderung von Schmerzen und Schweregefühl
  • Ulkusprophylaxe und Unterstützung der Ulkusheilung

Die konsequente, langfristige Kompression ist der entscheidende Prognosefaktor.

2. Bewegungstherapie und Allgemeinmaßnahmen

  • Regelmäßige körperliche Aktivität (Gehen, Radfahren, Schwimmen)
  • Venengymnastik zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe
  • Häufige Beinhochlagerung
  • Vermeidung langen Stehens oder Sitzens
  • Gewichtsreduktion bei Adipositas

3. Hautpflege und Ulkusbehandlung

  • Konsequente Hautpflege mit rückfettenden Externa zur Vermeidung von Stauungsekzemen
  • Bei Ulcus cruris: moderne feuchte Wundtherapie immer kombiniert mit Kompression

4. Medikamentöse Therapie (unterstützend)

  • Venoaktive Medikamente (z.B. Flavonoide) zur Symptomlinderung
  • Analgetika bei Schmerzen

5. Physikalische Zusatzmaßnahmen

  • Intermittierende pneumatische Kompression bei persistierenden Ödemen
  • Lymphdrainage bei zusätzlicher lymphatischer Komponente (Phlebolymphödem)

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